Die Tage bis zum Schützen- und Heimatfest 2018 sind gezählt ...

... Vorfreude ist die schönste Freude. Das gilt auch und in besonderer Weise für das Schützen- und Heimatfest der Gartenstadt Wevelinghoven. Jahr für Jahr freuen sich die gut 900 Schützen sowie die zahlreichen Besucher auf das vorletzte Wochenende im August, wenn ein Highlight dem nächsten folgt:

Angefangen beim Donner der Kanone "General Blücher" am Samstagmittag, über den Fackelzug am Abend und die Festzüge am Sonntag mit Paraden bis zur feierlichen Krönung am Festdienstag. Natürlich wird im Festzelt auf dem Marktplatz auch ausgiebig gefeiert und der Festplatz mit seinen zahlreichen Attraktionen bietet Kurzweil und Zeitvertreib. Es ist also für jeden etwas dabei, wenn die Zeit des Wartens ein Ende hat. 

Doch vorher müssen noch die Uniformen kontrolliert werden, es müssen die Blumen und Blumenhörner bestellt und Regiments- und Zugbefehle verfasst werden. Wo sind die Holzgewehre und wer kümmert sich um die Verpflegung? An die Fackeln wird in den letzten Tagen noch Hand angelegt, die Häuser werden geputzt und die Bürgersteige gesäubert. Die Liste der Besorgungen steigert die Vorfreude um so mehr bei den Schützen und Bewohnern der Gartenstadt auf die kommenden Tage des Frohsinns.   

Im Mittelpunkt des Festes steht das amtierende Königspaar Daniel I. Steinert und Nadine Schmitz. Der Königszug, der Jägerzug "Immer Durst", wird die Residenz besonders festlich schmücken und dafür sorgen, dass die beiden Regenten eine unvergessliche Zeit haben werden. 

Der Festsamstag bietet nach dem großen Fackelzug sowie der Ball am Sonntag ein weiteres Highlight: die Coverband „SCHRÖDER“ wird den Schützen und Gästen so richtig einheizen und mit Ihrem großen Repertoire Akzente setzen. Freuen sie schon jetzt auf musikalische Unterhaltung der besonderen Art. 

Um die Vorfreude noch etwas zu steigern folgen in den kommenden Tagen und Wochen weitere Artikel rund um das schönste Fest des Jahres. Wir wünschen schon jetzt viel Spaß und Freude und hoffen wir sehen Sie zum Schützen- und Heimatfest vom 18. bis 21. August 2018 in der Gartenstadt Wevelinghoven. 

* SCHROEDER in der Gartenstadt

Eine besonderes musikalisches Highlight wird es am Schützenfestsamstag nach dem Fackelzug sowie am Sonntag zum "Ball der Könige" geben:

„SCHROEDER“ Mit Rock-, Pop- & Soulklassikern und Hits aus den aktuellen Charts – dies alles bestimmt das Programm der angesagten Coveband aus NRW. „Das machen doch alle“ wird man nun sagen. In einem wesentlichen Punkt unterscheidet sich „SCHROEDER“ jedoch von fast allen anderen Bands:

SCHROEDER überzeugt durch Professionalität, einem Höchstmaß an Leidenschaft, Flexibilität, Entertainment und einem 100% Live Feeling der Extraklasse.

So wird der Auftritt von „SCHROEDER“ zum Erlebnis, garantiert Vielseitigkeit und eröffnet eine Vielzahl von musikalischen Möglichkeiten.

So dürfen sich die Gäste sowie die große Wevelinghovener Schützenfamilie auf ein interessantes und stimmgewaltiges Highlight des Schützen- und Heimatfestes 2018 freuen.

* Geschichte und Geschichten aus dem Archiv des Bürger-Schützen-Vereins

Es ist schon seit vielen Jahren Usus, in den vorhandenen Aufzeichnungen zu blättern und nachzulesen, wie unsere (Ur-)Großväter und Väter das Schützenfest zelebrierten. Zur Verfügung stehen uns für die Recherchen zwei dominante Quellen, um unsere Schützengeschichte zu erfassen:

Da ist als erstes das Buch des damaligen Präsidenten Jakob Esser, der zum einen die Entstehungsjahre des Vereines hautnah als junger Mann miterlebte. Zum anderen war sein Vater einer der Gründungsväter, Präsident und späterer Ehrenpräsident des Bürger-Schützen-Verein, der durch seine Neusser Schützenerfahrung maßgeblich die Struktur des Regimentes prägte. Das Buch trägt den Titel „50 Jahre Bürgerschützenverein Wevelinghoven – Festschrift zu den Jubiläumsfeierlichkeiten vom 20. Juli bis 20. August 1974“ und spiegelt also die ersten 50 Jahre seit der Gründung im Jahre 1924 wider. (Hiervon sind noch Exemplare im Besitz des Vereines, die noch käuflich erworben werden können).

Das zweite Buch wurde 25 Jahre später wiederum von einem Präsidenten, nämlich Hilmar Krüll veröffentlicht. Unter dem Titel „1924 – 1999; 75 Jahre Bürger-Schützen-Verein Wevelinghoven e. V. 1924 – Der Verein und die Stadt Wevelinghoven im Wandel der Zeit“ stellte der Autor neben der Vereinshistorie parallel hierzu die Stadtentwicklung dar. Da der „Wievekover Jong“ Hilmar Krüll bis zur kommunalen Neugliederung im Jahre 1974/75 Bürgermeister seiner Stadt war, wurden viele Interna der Stadt durch ihn in seinem Werk für den „Normalbürger“ präsent. Das gleiche gilt natürlich auch für die Schützengeschichte, die auch er seit Kindesbeinen miterlebt hatte. Daneben wird in Berichten unserer gängigen Tageszeitungen und Zeitschriften für die Rückblicke recherchiert.

* 1958 - vor 60 Jahren: Paul II. Neukirchen und Königin Wilhelmine

Die NGZ vom 18. August 1958 berichtete in ihrer Montagsausgabe ausführlich über das Schützenfest:

„Die kirmesbegeisterten Wevelinghovener feiern in diesen Tagen ihr glanzvolles Heimat- und Schützenfest. Die mißtrauischen Blicke, die am Samstag noch den gewitterdunklen Wolken galten, erwiesen sich schon bald als unbegründet. Als das Hasten und Jagen der letzten Vorbereitungen nachließ und Schützen, Hausfrauen und Wirtsleute sicher waren, nichts vergessen zu haben, stellten sich auch schon die ersten Besucher ein. Die ganze Gartenstadt war von froher Erwartung erfüllt, am Rathaus musizierten die Schiefbahner, und dann lachte auch die Sonne. Es war ein herrlicher Auftakt zum Heimatfest 1958….“

In dem bereits seit Jahren zitierten Werk des damaligen Präsidenten Jakob Esser wusste dieser über den amtierenden König zu berichten: „…Bei der Majestät ... handelt es sich erstmalig um einen Mann aus unserem stolzen Sappeurkorps, den Metzgermeister Paul Neukirchen. Ihm zur Seite seine Gattin Wilhelmine, welche 8 Jahre zuvor, im Jahre 1949 neben ihrem verwitweten Großvater Hubert Faßbender schon einmal als Königin in Erscheinung getreten war…. 

Nachdem die vorhandenen Züge inzwischen wieder weiteren Zuwachs zu verzeichnen hatten und darüber hinaus ein neuer Jägerzug „Hermann Löns“ zur Anmeldung gekommen war, mußte der Vorstand sich entschließen, die Musikbegleitung für die Festzüge … nochmals zu verstärken. Demzufolge wurde der Musikzug „Frohsinn“ Norf, der Musikzug der Bundesschützenkapelle Schmitz aus Neuss und dazu die Bundesschützenkapelle Schiefbahn mit je 25 Mann engagiert. Rechnet man das inzwischen auf 30 Köpfe angewachsene Fanfarenkorps hinzu …wozu dann noch 4 Spielmannszüge hinzukamen, hatte der Festzug eine Kopfzahl von mindestens 205 Musikern….“

* 1968 - vor 50 Jahren: Franz-Josef I. Klasen und Königin Christel

Unter der Überschrift: „Wunsch: Sonne über der Gartenstadt“ zeichnet die NGZ am 17.8.1968 ein sachliches Bild über die Vorbereitung auf das bevorstehende Fest: „In Wevelinghoven kennt man es nicht anders: In den Wochen vor dem Schützenfest wird nicht nur im Bürgerschützenverein gearbeitet, sondern auch die Bevölkerung hilft mit, daß das Fest in dem gewohnten Glanz gefeiert werden kann. Sie bringt die zum Fest gewünschte „Verschönerung des Stadtbildes“ zustande. In diesem Jahr besteht der Bürgerschützenverein 44 Jahre. Franz-Josef Klasen ist der 35. König des Vereins. …

Der Bürgerschützenverein ist also noch gar nicht so alt. Dennoch gehört das Fest, das in Wevelinghoven gefeiert wird, zu den großen Heimatfesten im Kreis. Der Verein hat das Glück, immer tüchtige Präsidenten und begeisterte Vorstandsmitglieder gehabt zu haben….“

Der amtierende König hatte es allerdings beim Königsvogelschuss am 23. Juli 1967 nicht leicht, sich gegen seine zwei Konkurrenten Phillip Berrenbaum und Heinrich Gallus durch zu setzen. Mehrmals musste der Schießwettbewerb unterbrochen werden, um die Gewehrläufe zu kühlen. Erst der 150. Schuß brachte die Entscheidung für den Versicherungskaufmann Franz-Josef Klasen, der als Hauptmann den Jägerzug „Germania“ seit 1970 bis zu seinem Tode anführte.

Der neue König und seine Königin Christel waren dem Schützenverein besonders eng verbunden. Einige Monate vor dem Vogelschuß war er als 2. Schriftführer in den Gesamtvorstand gewählt worden; diese und andere Tätigkeiten übte er bis 1982 aus. Seine besondere Liebe aber galt dem Jägercorps, in dessen Vorstand er auf verschieden Positionen arbeitete, zuletzt ab 1989 als Vorsitzender. 2006 wurde er zum Ehrenvorsitzenden des Jägercorps und zum Ehrenmitglied des Bürger-Schützen-Vereins Wevelinghoven gewählt.

Auch seine Frau Christel war im Vereinsleben stark engagiert. Eine große Anzahl Wevelinghovener Könige hat sie noch in bester Erinnerung: Über Jahrzehnte übte sie Jahr für Jahr bis zu ihrem Tode mit den Königen und deren Gefolge den Ablauf der Krönung, insbesondere den legendären Hofknicks.

* 1978 - vor 40 Jahren: Hilmar I. und Berti Krüll

Der Königsvogelschuss im Sommer 1977 war eine kurze Angelegenheit: Hilmar Krüll, der damalige amtierende Präsident des Schützenvereins, setzte sich bereits mit dem 15. Schuss gegen seine Konkurrenten Hans Gottfried Bernrath und Josef Peiffer in nur 20 Minuten durch.

Hilmar Krüll portraitieren zu wollen heißt in Wevelinghoven Eulen nach Athen tragen. Es gibt und gab wohl nur ganz wenige Personen in der Gartenstadt, die über Jahrzehnte hinweg ihrer Heimatstadt so engagiert in Ehrenämtern dienten wie er! Es ist müßig, alle Vereine aufzählen zu wollen, in denen er arbeitete. Es würden sicherlich einige nicht erwähnt.

Besonders engagiert aber war er sicherlich für den Bürger-Schützen-Verein. Seit dem aktiven Wiederanfang des BSV nach dem Kriege war er seit 1949 aktiver Schütze. Von 1973 bis 1997 leitete er den Verein als Präsident; im Anschluss wurde er zum Ehrenpräsident gewählt. 1999 brachte er zum 75-jährigen Vereinsjubiläum ein Buch zur Geschichte des Vereins und der Stadt Wevelinghoven im Wandel der Zeiten heraus, ein wertvolles Dokument der Zeitgeschichte, aus dem wir hier immer wieder zitieren.

Unter dem Titel: „Das Rathaus im Mittelpunkt“ war am 21. August 1978 in der NGZ zu lesen:

… Mittelpunkt des schützenfestlichen Geschehens ist immer schon das Rathaus in Wevelinghoven. Jetzt setzt die Stadt Grevenbroich die Tradition der Empfänge fort. „Es gibt Dinge, die erhaltenswert sind“, hob Bürgermeister Dr. Wattler hervor. Und dazu gehöre dieser Empfang, eine Tradition, die man bewahren müsse. 

Ein Kompliment gab Oberkreisdirektor Dr. Edelmann an den Bürgermeister weiter: „Ich finde es vernünftig, dass die Stadt Grevenbroich diese Tradition fortführt“. Aber er freue sich besonders, wieder unter alten Wevelinghovener zu sein, „mit der Wehmut, dass alles mal schöner war.“

Vizepräsident Wolfgang Kottmann richtete den Dank des Bürgerschützenvereins an Bürgermeister und Ersten Beigeordneten Peters als Hausherrn. „Die Töne des Missmutes zwischen Wevelinghoven und Grevenbroich sind passe´“! Man freue sich besonders, dass alle an einem Strick ziehen. Im Hinblick auf das strahlende Wetter titulierte er Majestät Hilmar I. als Sonnenkönig. Doch der hatte Befürchtungen: „Wenn es am Montag regnet, dann bin ich der Froschkönig.“ - Doch es regnete nicht, es blieb gottlob beim Sonnenkönig.