Der Verein hat den Zweck,
den Heimat- und Gemeinschaftssinn aller Bürger
der ehemaligen Stadt Wevelinghoven zu fördern,
zu festigen und in Wahrung alter Überlieferungen jährlich
ein echt volkstümliches Schützen- und Heimatfest zu feiern.

( § 2 der Satzung des Bürger-Schützen-Verein Wevelinghoven 1924 e.V. )

NEWSLETTER 02 / 2021

Liebe Schützenfamilie, liebe Bürgerinnen und Bürger der Gartenstadt,

gerne möchten wir Euch  mit dem 2. Newsletter einen aktuellen Stand über die momentane Situation sowie Arbeiten im Bürger-Schützen-Verein Wevelinghoven geben.

Wie Ihr vermutlich bereits aus verschiedenen Medien entnehmen konntet, hat sich die Präsidentenrunde zusammen mit dem Bürgermeister der Stadt Grevenbroich zusammen gefunden und beschlossen, auf Grund der momentanen Situation, sämtliche Schützenfeste bis Ende Juli abzusagen. Dies ist basierend auf den aktuellen „Corona-Zahlen“ wohl ein richtiger und absolut verständlicher Schritt. Das bedeutet auch für uns, das unsere gewohnten Veranstaltungen („Tanz in den Mai“, 1. Generalversammlung, Stadtparkfest, Königsvogelschuss, etc.) nicht stattfinden werden.  

Für uns alle ist dies wieder ein Jahr mit großen und traurigen Einschnitten in unserem normalen und bis dato gewohnten Leben. Dies bedeutet aber nicht, dass wir den Kopf hängen lassen. Der Gesamtvorstand des Bürger-Schützen-Vereins Wevelinghoven trifft sich weiterhin in turnusmäßigen Videokonferenzen um auch zu jeder Zeit auf die aktuellen Änderungen schnell und konform reagieren zu können.

Auch die vor einigen Wochen stattgefundene Offiziersversammlung per Videokonferenz mit der Teilnahme von weit über 50 Zügen, hat uns gezeigt, dass die Schützen weiterhin loyal, solidarisch und mit vollem Elan treu zu unserem Verein stehen. Man hat hier wieder einmal gesehen, wie wichtig diese Gemeinschaft in der jetzigen Zeit für uns alle ist und man sich danach sehnt, schnell wieder ins normale Leben zurück zukehren. Die Bereitschaft weiterhin zu unserem Verein zu gehören und die Solidaritätsbekundungen haben uns sehr stolz gemacht und zeigt uns, dass wir uns zu jeder Zeit auf unsere Schützen verlassen können.

Auf diesem Wege dürfen wir uns für die vielen und kreativen Beiträge auf unseren 1. Newsletter herzlich bedanken. Viele von Euch haben große Lust bekundet, uns bei den Vorbereitungen zum 100. jährigen Jubiläum zu unterstützen und tatkräftig mitzuarbeiten. Wir kommen zeitnah auf Euch zu, um die weiteren Schritte zu besprechen.

Wie es jetzt im Hinblick auf die o.g. ausfallenden Veranstaltungen weitergeht, wird der geschäftsführende Vorstand zusammen mit dem Gesamtvorstand kurzfristig diskutieren. Auch hierüber werden wir Euch in Kürze, spätestens jedoch zum nächsten Newsletter hin, informieren. Sofern Ihr bis dahin Fragen, Anregungen oder etwas habt, was Euch beschäftigt, meldet Euch gerne bei uns.

Wir sehen weiterhin positiv in die Zukunft und freuen uns sehr auf ein baldiges „persönliches“ Wiedersehen in Form einer Präsenzveranstaltung.

Bis dahin wünschen wir allen Schützen und Bürger*innen unsere geliebten Heimatstadt alles Gute und bitte bleibt gesund. 

Der Gesamtvorstand BSV Wevelinghoven

 

Neuß-Grevenbroicher-Zeitung I Historiker erinnern an Pogrom vor 925 Jahren

1096 kam es an der Erft in Wevelinghoven zu einem Massenselbstmord jüdischer Menschen. 925 Jahre später wird an diese schrecklichen Ereignisse erinnert – an dem vermutlichen Schauplatz einer Tat, die aus Verzweiflung geschah.

INFO I Gedenkfeier mit Vereinsbeteiligung

Sie findet am Donnerstag, 24. Juni, an der Motte in Wevelinghoven statt. Der Geschichtsverein und der Kreisheimatbund arbeiten dabei unter anderem mit dem Bürgerschützenverein Wevelinghoven und dem Verein „Historisches Wevelinghoven“ zusammen.

 

„925 Jahre Erinnerung“ ist der Titel einer Gedenkveranstaltung, die der Kreisheimatbund und der Geschichtsverein zurzeit gemeinsam planen. Am 24. Juni soll der jüdischen Menschen gedacht werden, die am Johannistag 1096 in den Benden von Wevelinghoven aus Verzweiflung den Freitod wählten. Sie waren auf der Flucht vor ihren Häschern.

Im Vorfeld des ersten Kreuzzuges hatte sich eine Armee von Bauern und niedrigen Adeligen zusammengefunden und sich auf eigene Rechnung auf den Weg nach Jerusalem aufgemacht. Bis zu 20.000 Menschen zogen durch das Land, dabei kam es – aufgestachelt durch Hasspredigten – zu Pogromen gegen die jüdischen Gemeinden von Speyer, Worms, Trier und Köln. „Vor allem im Rheinland kamen sie auf die Idee, die Juden als vermeintliche Feinde der Christen heimzusuchen“, schildert Ulrich Herlitz, Vorsitzender des Geschichtsvereins. „Mehre tausend jüdische Menschen wurden so Opfer der Pogrome.“

Erzbischof Hermann III. von Hochstaden verteilte die Kölner Juden auf sieben der in seinen Territorien vorhandenen Burgen und Städten, die unter anderem auch in Neuss und Wevelinghoven verortet werden. Doch der Schutz sollte vergeblich sein. Am 24. Juni 1096, dem Johannisfest, fielen die Horden in Wevelinghoven ein. Taufe oder Tod – vor diese Alternative gestellt, entschieden sich fast alle Juden, die vor ihren Verfolgern geflüchtet waren, für den Freitod.

Erzbischof Hermann III. von Hochstaden verteilte die Kölner Juden auf sieben der in seinen Territorien vorhandenen Burgen und Städten, die unter anderem auch in Neuss und Wevelinghoven verortet werden. Doch der Schutz sollte vergeblich sein. Am 24. Juni 1096, dem Johannisfest, fielen die Horden in Wevelinghoven ein. Taufe oder Tod – vor diese Alternative gestellt, entschieden sich fast alle Juden, die vor ihren Verfolgern geflüchtet waren, für den Freitod.

"Drei zeitgenössische hebräische Berichte sind über die Pogrome des Jahres 1096 erhalten, zwei davon erzählen auch detailliert über die Ereignisse in der heutigen Gartenstadt“, sagt Ulrich Herlitz. Die Schilderung des Elieser bar Nathan spricht dabei ausdrücklich von der „Ortschaft Wevelinghoven“ und ist damit die erste quellenkundliche Erwähnung des Dorfs. In der Chronik des Salomon bar Simson wird deutlich, was der Märtyrertod der nach Wevelinghoven geflohenen Juden bedeutete, die sich vor die Alternatve „Tod oder Taufe“ gestellt sahen. „In einer sehr detaillierten, erschütternden und zugleich sehr berührenden Weise berichten die beiden Chronisten von den Ereignissen“, sagt Ulrich Herlitz.

Der geflüchtete Mar Elasar HaLevi und seine Ehefrau litten tagelang in den Sümpfen. „Die Feinde peinigten sie mit großen Qualen und fügten ihnen viele Wunden zu, kamen stündlich, denn die Wasserseen, von wo sie herausgegangen, lagen in der Nähe des Ortes, sie pflegten sie hart zu schlagen“, heißt es in einer Chronik. Beide Eheleute verweigerten sich der Zwangstaufe, Elasars Frau starb als erste an Hunger und Durst, ihr Mann überlebte sie noch um drei Tage.

Viele der nach Wevelinghoven geflüchteten Juden richteten sich selbst oder gegenseitig. „Und als die Feinde vor die Ortschaft kamen, stürzten sie sich in die „rings um den Ort“ fließende Erft, „ertränkten sich im Fluss“ und starben. „Bräutigame und schöne Bräute, alte Männer und Frauen, Jünglinge und Mädchen streckten den Hals aus und schlachteten einander, sie gaben ihre Seele dahin zur Heiligung des Namens in den Wasserseen rings um die Ortschaft“, heißt es weiter.

„Zur religiösen Rechtfertigung des im jüdischen Glauben an sich verbotenen Suizids nahmen die Chronisten dabei Bezug auf die Opferung Isaaks, verglichen mit der rituellen Schlachtung“, sagt Herlitz. Laut den Chronisten habe es kaum Überlebende gegeben. Der Pogrom fand nicht nur in Wevelinghoven, sondern mit einer Ausnahme in allen sieben Ortschaften statt, wohin der Kölner Erzbischof die Juden verbracht hatte.

Die rheinischen Pogrome sind in das kollektive jüdische Bewusstsein eingezogen. „,Gezerot Tatnu’, die Verfolgungen des Jahres 4856 des jüdischen Kalenders, ist bis in unsere Tage im synagogalen Ritus vertreten – vor allem durch das Gebet ,Aw HaRachamim’, das unmittelbar nach den Pogromen entstand“, berichtet der Vorsitzende des Geschichtsvereins.

Im Jahr 1996 gab es in Wevelinghoven eine vom Bürgerschützenverein organisierte historische Woche, in der das Pogrom thematisiert wurde. Unter anderem wurde an der Motte – am mutmaßlichen historischen Ort an der Erft – eine Gedenkstele aus Stahl errichtet. Im Rahmen einer interreligiösen Feier mit Geistlichen der christlichen Kirchen und der jüdischen Gemeinde Mönchengladbach wurde zudem ein Gedenkstein errichtet und eine Zeder gepflanzt.

Am 24. Juni, 925 Jahre nach den Ereignissen, wollen Geschichtsverein und Kreisheimatbund gemeinsam mit anderen örtlichen Vereinen an die jüdischen Menschen erinnern. „An diesem Tag sollen vor allem die Originalquellen sprechen und die Berichte zu Wevelinghoven vorgelesen werden“, sagt Ulrich Herlitz. In Gedenken an die Opfer soll zudem das Gebet „HaRachamin“ gesungen werden – bewusst am vermutlichen Schauplatz und vor der Kulisse des wohl aus jener Zeit stammenden Mottenhügels, der illuminiert werden soll. Wegen der Pandemie wird diese Feier voraussichtlich online durchgeführt.

Quelle: Neuß-Grevenbroicher-Zeitung (Wiljo Piel) vom 07.05.2021 I FOTO: Oliver Benke

* Unser amtierendes Schützenkönigspaar - Stefan und Ursel Fücker

Mit dem 164. Schuss sicherte sich Scheibenschützenmajor Stefan Fücker unter dem großem Jubel der zahlreichen anwesenden Schützen und Besucher seine Anwartschaft auf den Titel des Schützenkönigs. Die Krönung am Dienstag des vergangenen Schützenfestes setzen den Schlussstrich unter sein Vorhaben "Königstitel". Der glücklichste Menschen an der Seite von Stefan war natürlich seine Königin Ursel. Aber auch die beiden Kinder Julia und Sven sowie sein Scheibenschützenzug "He Simmer" und das gesamte Scheibenschützencorps - welches in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum feiert, freuten sich mit dem Königspaar auf ein unvergessliches Königsjahr. Doch dann kam alles anders und nun werden 2 Jahre daraus. Wer Stefan Fücker kennt weiß genau - er nimmt es natürlich mit Humor: „Ich habe Jahre gebraucht, um Ursel zu überzeugen, mit mir das Königsamt anzutreten. Ausgerechnet sie muss das Ganze jetzt zwei Jahre mitmachen“.

Der König, der als selbstständiger Unternehmer Busreisen anbietet und eine Fahrschule für alle Kraftfahrzeugklassen betreibt, hat seine Frau Ursel bei einer Busreise in Italien kennen und lieben gelernt - Stefan war natürlich der Busfahrer. Anfang Juli vor 29 Jahren wurde geheiratet.

Während Stefan seinen reichlichen beruflichen und freizeitlichen Verpflichtungen nachgeht, regelt Ursel, die auch im heimischen Unternehmen arbeitet, die kleinen und großen Geschäfte des täglichen Lebens und sorgt dafür, dass das „Familienunternehmen“ bestens floriert. Als gelernte Krankenschwester gibt Ursel erste Hilfe Kurse in Schulen und unterstützt in Ihrer freien Zeit die Aktivitäten der Wevelinghovener Edelknaben - auch wenn Sohn Sven längst dem Edelknabenalter entwachsen ist.

Mit den Edelknaben wird nach den Sommerferien ein gemeinsamer Ausflug geplant - zu dem das Königspaar eingeladen hat. Auch die "kleinen Schützen" müssen ja in diesem Jahr auf Ihre Aktivitäten sowie die Ermittlung Ihres Königs verzichten. "Natürlich sind wir traurig, dass unser Schützenfest in diesem Jahr ausfällt" - so Schützenkönigin Ursel. König Stefan kommentiert weiter: "Um so mehr freuen wir uns aber auf das nächste Jahr und dann wird noch doller gefeiert." 

Man merkt - sie können es kaum erwarten, dass am 21. August 2021 um 12.00 Uhr der Donner der Kanone "General-Blücher" verkündet - "Wir dürfen wieder unser heiß geliebtes Schützen- und Heimatfest in der Gartenstadt Wevelinghoven feiern." 

Neuigkeiten

 

rund um den Bürger-Schützen-Verein sowie die Gartenstadt Wevelinghoven finden sie stets aktuell unter folgendem Link

Neuigkeiten

Termine 2021

 

Der aktuelle Schützenkalender für das Jahr 2021 wurde durch den Bürger-Schützen-Verein herausgegeben.

Die aktuelle Liste mit Terminen für das Jahr 2021 können sie aber auch über die Menüleiste aufrufen. Einen direkten Link finden sie aber auch hier:


Termine

Archiv

 

Wer besitzt alte Bilder aus Wevelinghoven und möchte diese dem BSV kurzfristig zum scannen oder fotografieren zur Verfügung stellen? Das Archiv ist auch an alten nicht mehr verwendeten Orden und Ehrenabzeichen interessiert. Oder haben sie etwas anderes Interessantes aus der Geschichte des BSV oder der Gartenstadt Wevelinghoven?  

Gerade im Hinblick auf das 100-jährige Bestehen des Bürger-Schützen-Vereins im Jahre 2024 ist es interessant solche Kleinode zu sichten und zu dokumentieren.  

Wenden sie sich bitte an Werner Köpp vom Archiv-Team der Bürgerschützen unter

archiv@bsv-wevelinghoven.info