Beschilderung Straßennamen - Hilmar-Krüll-Straße
Hilmar Krüll
Hilmar Krüll (*1927 – +2007)
Bürgermeister, Präsident des Bürger-Schützen-Vereins und prägende Persönlichkeit Wevelinghovens
Hilmar Krüll zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der jüngeren Geschichte Wevelinghovens. Als letzter Bürgermeister der eigenständigen Stadt Wevelinghoven sowie als langjähriger Präsident des Bürger-Schützen-Vereins 1924 Wevelinghoven e.V. hat er die Entwicklung von Stadt und Vereinsleben über Jahrzehnte hinweg maßgeblich beeinflusst.
Geboren im Jahr 1927, wuchs Krüll in unmittelbarer zeitlicher Nähe zur Gründung des Bürger-Schützen-Vereins auf. Nach seiner schulischen Ausbildung führte ihn sein beruflicher Weg in die Wevelinghovener Industrie, wo er bis zum Geschäftsführer der Firma Rhenania – heute ACTEGA Rhenania – aufstieg. Parallel zu seiner beruflichen Laufbahn engagierte er sich früh in kommunalen und ehrenamtlichen Strukturen.
Im Jahr 1969 wurde Hilmar Krüll zum Bürgermeister der Stadt Wevelinghoven gewählt. In seine Amtszeit fiel die kommunale Neugliederung von 1974, in deren Zuge die bis dahin eigenständige Stadt in die Stadt Grevenbroich eingegliedert wurde. Krüll begleitete diesen Prozess aktiv und setzte sich zugleich dafür ein, die Identität Wevelinghovens zu bewahren. Ein sichtbares Ergebnis dieses Engagements war die Wiedereinführung der Bezeichnung „Stadt Wevelinghoven“ im Jahr 1994.
Seine enge Verbindung zum Bürger-Schützen-Verein begann bereits 1949 mit dem Eintritt in den wiederbelebten Verein. Innerhalb des Regiments war er zunächst im Artilleriezug aktiv, später in der „Alten Artillerie“ sowie im Scheibenschützenzug „Blauer Mondaach“. Im Jahr 1973 übernahm er das Amt des Präsidenten und führte den Verein bis 1997 – mit 24 Jahren Amtszeit die längste Präsidentschaft in der Geschichte des BSV.
Während seiner Amtszeit entwickelte sich der Verein sowohl organisatorisch als auch strukturell weiter. Die Mitgliederzahl wuchs deutlich, zentrale Veranstaltungsformate wurden gefestigt und das Schützenfest etablierte sich nachhaltig als gesellschaftlicher Mittelpunkt der Stadt. Gleichzeitig gelang es Krüll, die gewachsenen Traditionen des Vereins zu bewahren und durch gezielte Impulse weiterzuentwickeln.
Zu den nachhaltigen Entwicklungen dieser Zeit zählen unter anderem der Ausbau der Vereinsinfrastruktur, die Einrichtung des Schützenzimmers als zentraler Ort des Vereinslebens, die Einführung organisatorischer Grundlagen wie eines Aufgabenverteilungsplans für den Vorstand sowie die Erstellung der sogenannten „Königsfibel“ als Leitfaden für amtierende Königspaare.
Auch das Stadtbild und das kulturelle Umfeld Wevelinghovens wurden durch Projekte während seiner Amtszeit mitgeprägt, darunter die Skulptur „Lastenträger“ am Rathaus, der Gartenpavillon an der Erft sowie verschiedene restauratorische und gestalterische Maßnahmen im öffentlichen Raum.
Neben seiner Tätigkeit im BSV engagierte sich Hilmar Krüll in weiteren Vereinen und Initiativen, unter anderem im Turnverein Germania Wevelinghoven sowie im Freundeskreis Kloster Langwaden. Für seine Verdienste in Politik und Ehrenamt wurde ihm 1982 das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Nach seinem Rücktritt als Präsident im Jahr 1997 wurde Hilmar Krüll zum Ehrenpräsidenten des Bürger-Schützen-Vereins ernannt. In dieser Funktion blieb er dem Verein weiterhin eng verbunden und begleitete dessen Entwicklung mit Erfahrung und kritischem Rat.
Hilmar Krüll verstarb im Jahr 2007 im Alter von 83 Jahren. Sein Wirken ist bis heute im Vereinsleben, im Stadtbild und im Selbstverständnis Wevelinghovens präsent.