Stadtpark Wevelinghoven soll in „Aktiv-Park“ verwandelt werden

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Neuss-Grevenbroicher-Zeitung vom 26.06.2026
Christian Kandzorra
Foto : Christian Kandzorra
Skizze : BSV

Wevelinghoven · Die Idee wurde in den Reihen der Bürgerschützen geboren und von der CDU in einen Antrag gegossen: Der Stadtpark Wevelinghoven soll deutlich aufgewertet werden. Die Reaktion des politischen Gegners fiel überraschend aus.

Vor knapp zwei Wochen haben dort „Geier Sturzflug“ gespielt und den Wevelinghovenern ein tolles Stadtparkfest beschert. Nun soll die Grünfläche am Hemmerdener Weg angepackt und so aufgewertet werden, dass sie dauerhaft genutzt werden kann – zum Beispiel von Boulespielern und Outdoor-Sportlern. Dafür machen sich vor allem die örtlichen Bürgerschützen stark. „Die Idee ist bei einem Workshop unseres Vereins im Januar aufgekommen“, sagt Vizepräsident Dennis Schlößer.

 So haben sich die Brauchtumsfreunde zusammengesetzt und auch eine erste, grobe Skizze dessen erstellt, was sie sich vorstellen: Sie zeigt einen „Aktiv-Park“ mit einer 15 mal vier Meter großen Boulebahn, Sitzgelegenheiten und vier Sportgeräten. Bei Letzteren handelt es sich um eine Klimmzugstation, einen sogenannten Dip-Barren, eine Hangelleiter und um eine Liegestützstation. „Aus unserer Sicht bietet sich die Fläche einfach an. Hier ist es ruhig, hier kann man Stress abbauen“, sagt Schlößer beim Ortstermin im Grün-Idyll an der Erft. „Die Anlage könnte kostenfrei und jederzeit für jedermann zugänglich sein.“

Über den Wevelinghovener Ratsherrn René Ueckert wurde die Idee nun offiziell in Form eines Antrags aufs politische Tableau gehoben: Die CDU hat sich des Themas angenommen und möchte die Stadtbetriebe offiziell damit beauftragen, die Umgestaltung des Wevelinghovener Stadtparks zu realisieren. „Der Aufwand des Antrags mit Skizze zeigt: Das ist eine ernst gemeinte Sache. Aus unserer Sicht ist das Projekt perfekt, um das Areal aufzuwerten“, sagt CDU-Fraktionschef Wolfgang Kaiser. Auch Stadtbetriebe-Chefin Monika Stirken-Hohmann sei frühzeitig mit ins Boot geholt worden.

Wie die Fraktion in ihrem Antrag schreibt, gibt es zahlreiche Wevelinghovener, die das Projekt mit Tatkraft unterstützen würden. Genannt werden nicht nur Mitglieder des Schützenvereins, sondern auch die „Gartenstädter Boule-Freunde“. Und auch örtliche Therapeuten sollen bereits Interesse bekundet haben, die Fläche für Trainings im Zusammenhang mit der Bewegungstherapie nutzen zu wollen.

Aus Sicht von Kaiser wäre der „Trimm-dich-Pfad“ anno 2026 absolut zeitgemäß. Denn der Outdoor-Sport liegt im Trend. Zuletzt haben die Stadtbetriebe ganz ähnliche Sportgeräte etwa am Neurather See in Betrieb genommen. Auch im Bend gibt es solche Trainingsmöglichkeiten. Der Wunsch, den Stadtpark Wevelinghoven aufzuwerten, hatte es schon vor Jahren gegeben. So soll sich bereits der im April verstorbene Ex-Bürgermeister Theo Hoer (er war in Wevelinghoven zu Hause) für eine Aufwertung des momentan eher trostlos wirkenden Geländes eingesetzt haben.

Der Vorstoß in Sachen Stadtpark Wevelinghoven kommt in der Politik gut an – sogar bei der SPD. Das empfinden manche als Überraschung, zumal die politischen Lager in Grevenbroich seit Monaten vielfach ausgesprochen konträre Meinungen haben. Im Bauausschuss am Mittwochabend bezeichnete Dominik Brandt das CDU-Papier gar als „großartigen Antrag“. Die SPD würde „vollumfänglich mitgehen“, sagte Brandt. Allerdings, so führte er weiter aus, müsse angesichts der Haushaltslage auch auf die Kosten geachtet werden. Das Gremium hat letztlich einstimmig beschlossen, dass sich die Verwaltung mit dem Stadtpark befassen soll.

Dass die Sportgeräte nicht unbedingt günstig sind, ist auch Dennis Schlößer vom BSV bewusst. So haben die (allerdings komplexeren) Geräte am Neurather See circa 50.000 Euro gekostet. „Was nicht geht, geht nicht. Aber es wäre eine deutliche Aufwertung für unseren Stadtpark.“ Zumindest der Bouleplatz, so der Tenor, sollte erschwinglich sein.